Historische Entwicklung
Von Studienbriefen zu Web 2.0
Seit 150 Jahren gibt es Unterricht auf Distanz. Das Fernstudium hat sich in Deutschland seit den 70er Jahren mit Gründung der FernUniversität in Hagen durchgesetzt. Heute ist eine Mischung aus Fern- und Präsenzlehre verbreitet.
Im Jahr 2006 haben in Deutschland mehr als 88.000 Studenten in akademischen Fernstudiengängen studiert. 63.000 in Fernhochschulen und 25.000 in anderen Universitäten – wie Verbünden von Präsenzhochschulen, die auch Fernstudiengänge anbieten. Eine rasante Entwicklung, wenn man bedenkt, dass es akademische Fernstudiengänge noch gar nicht so lange gibt.
Geschichte des Fernstudiums
Fernlehre gibt es schon wesentlich länger als die digitalen Medien. Ein bis heute prägendes Modell hat Issac Pitman vor rund 150 Jahren in England entwickelt: das so genannte „Correspandance Education Model“ mit gedruckten Lehrbriefen und Einsendeaufgaben für die Fernstudenten. Die wurden korrigiert und an den Fernlernenden zurückgeschickt. Auch heute verwenden gerade Weiterbildungsanbieter noch dieses (nicht mehr ganz so frische) Modell.
1974 wurde in Deutschland die FernUniversität in Hagen gegründet als (immer noch) einzige staatliche Fern-Universität Deutschlands. 1975 nahm sie den Studienbetrieb in drei Fachbereichen mit 1.330 Studierenden auf. Mit 59.240 Studierenden erreichte die Fernuniversität im Jahr 2002 die bislang höchste Zahl an Eingeschriebenen. Im aktuellen Wintersemester 2008/2009 sind es ca. 55.500 Studierende. Davon sind ca. 43.000 ordentliche und ca. 11.300 Akademie- und Weiterbildungsstudierende. Wie in allen Fernstudiengängen ist ein Großteil der Fernstudenten (hier 80 Prozent) berufstätig.
Mehr als nur Studienbriefe
Seit den 80er Jahren folgten Gründungen privater Fernhochschulen, wie der AKAD-Privat-Hochschulen oder der Hamburger Fernhochschule. Die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) gibt es seit 1978. Sie entscheidet unter anderem über die Zulassung von neuen Fernstudiengängen. In den 70er und 80er Jahren gab es aus Sicht der Lehre eine neue Richtung: die Hochschulen setzten Radio und Fernsehen für die Fernlehre ein und zum ersten Mal kamen Studienzentren vor Ort zum Einsatz. In den 80ern folgten zudem erste Versuche mit Bildschirmtext (BTX). In den 90ern entstand dann ein regelrechter E-Learning-Boom (CD-ROM/Internet), das ganze Fernstudium sollte nun virtuell ablaufen.
