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Schulunterricht für deutsche Schüler im Ausland

Neben zahlreichen deutschsprachigen Schulen im Ausland weltweit ist seit 1981 auch der Fernunterricht für deutsche Schüler im Ausland möglich. Das Auswärtige Amt (Bundesverwaltungsamt – Zentralstelle für Auslandsschulwesen) initiierte ein Fernschulprojekt für Schüler der fünften bis zehnten Klasse in Trägerschaft des ILS, des Instituts für Lernsysteme in Hamburg.

Der Schulunterricht über das Fernlehrwerk ist in 15 Schulfächern und nach Schulform differenziert möglich. Die deutschen Lehrpläne geben dabei den Unterrichtsstoff vor – deutsche Fachlehrer entwickeln hierfür entsprechende Unterrichtshefte. Der Schüler arbeitet selbstständig, jedoch nach vorgeschriebenen Stundenplänen. Eine ebenfalls selbstständige Überprüfung des eigenen Wissensstandes ist durch die Erklärungen, Arbeitsaufträge, Übungsaufgaben und dazugehörige Lösungsschlüssel möglich.

Das zu Beginn des Schuljahres zugesandte umfassende Unterrichtspaket beinhaltet neben Schulbüchern außerdem verschiedenste weitere Materialien für die jeweiligen Unterrichtsfächer. Auch die externe Rückmeldung erfolgt auf dem Postweg: Vom Schüler erstellte Arbeiten, die die Funktion von Klassenarbeiten übernehmen, werden zur Kontrolle per Post, Fax oder E-Mail zum Institut nach Hamburg geschickt. Nach der Korrektur durch einen Fachlehrer wird das Exemplar mit Kommentaren und Hinweisen an den Schüler zurückgeschickt, damit dieser es weiterbearbeiten kann.

Nach der neunten und zehnten Klasse ist es möglich, in Hamburg staatliche Externenprüfungen zum Haupt- oder Realschulabschluss zu durchlaufen. Neben dem Fernunterricht bereitet auch ein spezielles Seminar in Deutschland die Schüler auf diese Prüfung(en) vor. Wie alle ILS-Fernlehrgänge ist auch der Fernunterricht für deutsche Schüler im Ausland staatlich zugelassen. Wie lange der Fernunterricht in Anspruch genommen wird, ist individuell wählbar. Die Kosten für den Unterricht hängen von der jeweiligen Klassenstufe ab und umfassen grundsätzlich alle Schulbücher und sonstigen Materialien.

Als Lernplattform im Internet steht den Schülern der so genannte ‚Fernlehrwerk-Campus‘ als eine Art ‚globales Klassenzimmer‘ zur Verfügung, in dem beispielsweise die Schülerzeitung verwirklicht wird, in einem Chat die Fernlehrer regelmäßig Rede und Antwort stehen, Foren dem Austausch der Schüler mit den Lehrern und untereinander dienen und Material-Downloads möglich sind.

Der Fernunterricht ist anhand der deutschen Lehrpläne festgelegt und den Richtlinien der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) unterworfen, wodurch ein Wechsel in das deutsche Schulsystem im Falle der Rückkehr gut möglich ist. Das jeweilige Abschlusszeugnis des ILS gibt hierfür eine Aufnahmeempfehlung.

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